Kommentar zum Abgasbetrug bei VW: Deutlich hochschalten

Volkswagen steht seit Monaten wegen des Abgasbetrugs und Messwert-Tricksereien bei Dieselfahrzeugen am Pranger. Zu den Lehren aus der Affäre ein Kommentar von Wolfgang Riek.

Autofahrer wollen, dass ihr fahrbarer Untersatz nach dem Rückruf bei VW, den Verkehrsminister Alexander Dobrindt vornehm-verschämt „Umrüstung“ nennt, nicht lahmt und nicht mehr Geld für Sprit sowie Steuer kostet.

Aber korrekte Abgaswerte? Wohl eher ein Thema für Minderheiten. Klima- und gesundheitspolitisch jedoch so wichtig, dass Aufsichtsbehörden, Regierung und Parlamente hier gefälligst ordentlich hochschalten sollten. Zahnlose Kontrolleure und Politiker, Motoren-Software, die in den USA als illegal geoutet werden muss, legale Teststand-Tricks, die Verbrauch und Abgasausstoß hemmungslos schönen? Das alles macht Grenzwerte bislang zur Lachnummer.

Das Ende dieser Lockerheit dürfte Stuttgarts verzweifelter Versuch eingeläutet haben, seinen Ruf als deutsche Stadt mit der schlechtesten Luft per Appell an die Autofahrer-Vernunft loszuwerden. Die Uhr tickt: Im Gefolge des EU-Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland wegen anhaltend schlechter Luft in vielen Städten sind in den Luftreinhalteplänen deutlich wirksamere Abhilfen gefordert. Und Abgasmessungen, die nicht vor allem die Realität vernebeln.

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