Ullrich Riedler über den Rösler-Vorstoß gegen Ärztemangel

Kommentar zum Ärztemangel: Keine Patentrezepte

Ullrich Riedler über den Rösler-Vorstoß gegen Ärztemangel

Wenn das kein Kurswechsel ist: Ausgerechnet ein Minister, der den freien Berufen sonst so zugetanen FDP ruft dieser Tage den Staat gegen den Ärztemangel auf den Plan.

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Landarztquote gegen den Medizinermangel, keine Zugangsbeschränkung mehr für Medizinstudenten sowie angestellte Ärzte in kommunalen Eigenpraxen - Gesundheitsminister Philipp Rösler lässt fast nichts aus, um sich als Krisenmanager zu profilieren.

In der Tat sind Konzepte gefragt, um dem drohenden Ärztemangel zeitig entgegenzusteuern. Vor allem in ländlichen Gebieten geben viele Ärzte aus Altersgründen ihre Praxis auf, finden aber keine Nachfolger. Für das Jahr 2015 prognostiziert die Kassenärztliche Vereinigung auch in unserer Region einen rapide abnehmenden Versorgungsgrad an Hausärzten.

Natürlich ist das Zugangskriterium zum Medizinstudium allein durch den Notendurchschnitt - derzeit 1,4 - unangemessen. Ein guter Arzt zeichnet sich auch durch Einfühlungsvermögen und ganzheitliches Denken aus. Insofern ist eine Lockerung des Schnitts auch unter Berücksichtigung von nicht formalen Kriterien überfällig. Doch eine komplette Streichung? Kurzfristig pumpt man dann das System mit Medizinern auf - bis zur nächsten Ärzteschwemme. Hinzu kommt, dass es elf Jahre dauert, bis ein Medizinstudent in der Praxis ankommt. Zudem müssten die Länder viel Geld bereitstellen, um die zusätzlichen Studienplätze zu gewährleisten.

Uneingeschränkt gut ist Röslers zweiter Vorschlag, dass Kommunen oder kassenärztliche Vereinigungen in unterversorgten Gebieten künftig eigene Praxen betreiben können sollen, in denen Ärzte zunächst angestellt würden. Zudem sollten in Zukunft auch verstärkt Gemeinschaftspraxen oder medizinische Versorgungszentrenten den Hausarzt im Dorf ersetzen. Dies könnten wesentliche Elemente sein, um die Ärtzeversorgung effizient zu gewährleisten. rie@hna.de

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