Kommentar zu AFD: Hang zur Spaltung

Die AfD hat mit ihren Anti-Islam-Positionen die etablierten Parteien empört und eine Debatte um Religionsfreiheit ausgelöst. Ein Kommentar von Jörg S. Carl.

Die AfD bringt sich bereits für die Bundestagswahl im Herbst 2017 in Stellung. Womit sie dann im Wahlkampf punkten will, wird angesichts ihrer islamkritischen Thesen deutlich, die als Verbote demnächst im Parteiprogramm stehen sollen. Dabei ist der Übergang von berechtigter Kritik an extremistischen Ausprägungen des politischen Islams bis hin zu dumpfer Islamfeindlichkeit fließend.

Jeder vernünftig Denkende wird der Forderung zustimmen, dem islamischen Extremismus mit den Mitteln von Verfassungsschutz, Polizei und Politik zu begegnen. Das schließt die Überwachung verdächtiger Moscheen und Imame ein. Was im übrigen auch andere Parteien verlangen - dazu bedarf es keiner AfD.

Dem Islam aber pauschal zu unterstellen, er sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und wolle den Staat übernehmen, ist die Sprache der Rechtsextremen. Die Absicht: Vorurteile streuen, Ängste verstärken, diskriminieren. Die große Mehrheit der Muslime - die hier friedlich leben, das demokratische System und den Rechtsstaat achten - wird kollektiv verdächtigt; ihr werden gefährliche Einstellungen einfach untergeschoben.

Der AfD sei deshalb beim Abfassen ihres Programms geraten, genau zu differenzieren. Und ihre Demagogen mit dem Hang zur Spaltung der Gesellschaft seien an zweierlei erinnert: Erstens, Deutschland ist ein Land, in dem Religionsfreiheit gilt. Zweitens, die allermeisten Muslime halten sich bei der Religonsausübung an den Grundsatz, dass sie Privatsache ist und nicht über den weltlichen Gesetzen stehen darf.

LESEN SIE AUCH:

-Alle gegen die AfD: Islam-Vorstoß im Kreuzfeuer der Kritik

-Zentralrat der Muslime vergleicht AfD mit Hitlers NSDAP

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.