Kommentar zur AfD: Keine Alternative

Die Alternative für Deutschland (AfD) sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Jörg S. Carl über die Protestpartei und ihre eindimensionale Thematik.

Deutschland ist längst keine Insel seliger demokratischer Zustände mehr. Wie in europäischen Nachbarländern auch breitet sich der Rechtspopulismus aus. Die AfD, fast tot geglaubt, hat durch die Flüchtlingskrise ihre Wiedergeburt erlebt. Denn ihre Thematik ist eindimensional: weiteren Zustrom verhindern.

Politik und Gesellschaft werden sich genau deshalb lange Zeit auf die Herausforderungen seitens der sogenannten Alternative für Deutschland einstellen müssen. Die AfD, die sich als Protestpartei begreift, wird so lange unzufriedene Wähler mobilisieren, wie die Flüchtlingskrise anhält und hiesige sowie europäische Konzepte zu ihrer Bewältigung erfolglos bleiben. Glaubt man den Demoskopen, wird die Existenz sichernde Formel der AfD bei den nächsten Wahlen zu Höhenflügen führen: Je mehr Flüchtlinge ins Land kommen, desto höher der Stimmenanteil der Rechtspopulisten.

Wobei der Begriff „Populisten“ zuweilen eine verkleisternde Beschönigung der Realität darstellt. Selbst mancher „Vox populi“, mancher eigentlich wohlgesonnenen Stimme unter besorgten Bürgern, gehen rechtsradikale Positionen, die einige AfD-Vertreter von sich geben, zu weit.

Was ist zu tun angesichts der Zumutungen? Erstens, den Wählern sei geraten, zu prüfen, ob eine Partei, die mit Intoleranz und Nationalismus auf die Fragen der Zeit antwortet, wirklich eine Alternative ist. Zweitens, den etablierten Parteien sei geraten, den Meinungskampf mit der AfD noch schärfer zu führen sowie in Parlamenten breite Koalitionen zu bilden, die eine Einflussnahme der AfD auf Regierungshandeln dauerhaft verhindert. Letzteres wird nur gelingen, wenn die Flüchtlingskrise gelöst wird.

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