Kommentar zur AfD: Zweifelhafte Zusteiger

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Die Alternative für Deutschland zieht auch Leute an, mit denen die Partei nach eigenem Bekunden nichts zu tun haben will. Das bringt den Vorstand in Bedrängnis, meint HNA-Redaktuer Ullrich Riedler.

Senkrechtstarter können schnell zu Bruchlandern werden. Die Piraten haben das erlebt. Der AfD könnte das noch blühen. Denn die Erfolgspartei des Jahres leidet nicht nur mit unter einer suboptimalen Außendarstellung durch ihren chronisch beleidigten und oft unsouverän auftretenden Frontmann Bernd Lucke. Sie zieht zudem zweifelhafte Sympathisanten an, die unter dem Deckmantel einer sich etablierenden Parlamentskraft ihre braune Überzeugung unters Volk bringen wollen.

Bislang scheint das viele Wähler nicht abzuschrecken. Sie sehen in der AfD das einzige Sprachrohr gegen die Europolitik aller Parteien in Deutschland. Doch wer zu schnell wächst, verliert den Überblick über zweifelhafte Zusteiger. Das hat man bei der AfD mittlerweile erkannt und will dagegen vorgehen.

Das ist konsequent, wird aber einige Zeit dauern. Zudem reicht es nicht aus. Denn die AfD muss auch mögliche inhaltliche Schnittmengen überprüfen und korrigieren. Gelingt ihr das nicht, droht die Partei unterwandert zu werden. Dann wäre sie nicht nur Opfer ihrer eigenen Dynamik. Sie würde auch das Gros jenes Bürgertums verlieren, das den Stamm ihrer Wählerschaft bildet.

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