Kommentar zum Agrarmarkt: Bauern allein gelassen

Begleitet von wütenden Protesten wegen des Verfalls des Milchpreises kündigte die EU-Kommission in Brüssel Soforthilfen von 500 Millionen Euro an. Dazu ein Kommentar unseres Brüsseler Korrespondenten.

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Brüssel lehnt Wiedereinführung der Milchquote ab

Die Agrarpolitik gehört nicht zu den Glanzlichtern der europäischen Politik. Der Wegfall der Milchquote war zwar richtig, weil sich das Instrument überlebt hatte und der Zeitpunkt gekommen war, die Landwirte zu selbstverantwortlichen Teilnehmern des Marktes zu machen. Dass dies nicht funktioniert hat, zeigt die Entwicklung des Milchpreises - dazu hätte es der zum Teil gewaltsamen Proteste in Brüssel gar nicht bedurft. Die EU hat zwar die Deckelung der Produktion aufgehoben, aber die Bauern ansonsten alleine gelassen.

In Deutschland endet die Selbstbestimmung der Erzeuger am Hoftor. Ab da legen Molkereien und Lebensmittelketten fest, was mit dem wertvollen Produkt passiert - und letztlich auch, ob der Landwirt seine Kosten decken kann.

Diese Praxis passt nicht zu der versprochenen Freiheit der Erzeuger. Ebenso wenig wie die zum Teil immer noch ungelösten Probleme beim Export deutscher und europäischer Produkte, die man jetzt versprochen hat endlich anzugehen.

Warum erst jetzt? Europa hat die Bauern mit dem Wegfall der dirigistischen Agrarpolitik allein gelassen.

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