Kommentar zum Airport-Verkauf Hahn: Flucht nach vorn

Der defizitäre Hunsrück-Flughafen Hahn soll nach seinem Verkauf an Chinesen in die schwarzen Zahlen gelangen. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Riek zu Regionalflughäfen.

Der Hahn, gefallener Ex-Star unter Deutschlands kleinen und kleinsten Flughäfen, sucht sein Heil bei Käufern aus China: Deutlich mehr Fracht, sagen sie, vielleicht auch wieder mehr Passagiere. Auf jeden Fall aber bis 2024 weitere 70 Mio. Euro aus Steuerkassen, sagt Roger Lewentz (SPD), der Innenminister von Rheinland-Pfalz.

Das sieht aus wie Flucht nach vorn: Mainz und wohl auch Minderheitseigentümer Land Hessen wollen raus aus dieser Defizitfalle, die über Hahn hinaus längst Markenzeichen deutscher Regionalflughäfen ist: Es gibt zu viele davon, die sich, wenn überhaupt geflogen wird, ohne zentrale Bedarfsplanung auch noch gegenseitig Passagiere wegnehmen.

Wenn die EU-Kommission, wie angekündigt, 2024 den Zufluss von Staatshilfen ganz klein dreht, um Wildwuchs zu bremsen, sehen Experten die Hälfte der rund 40 Regionalpisten in Gefahr. Auch Kassel-Calden könnte leicht auf der schlechteren Seite der Liste stehen.

Und der Hahn? Da hört sich für eine Zukunft unter chinesischer Leitung noch vieles sehr nach Prinzip Hoffnung an. Aber das ist auf diesem Markt ja alles andere als neu. 

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