Kommentar zur AKW-Panne in der Ukraine: Dicke Fragezeichen

Eine Panne in einem ukrainischen Atomkraftwerk löst Besorgnis aus. Warum, das erläutert Kommentator Wolfgang Blieffert.

Wer alt genug ist, kann sich noch gut erinnern: Am Morgen des 28. April 1986 meldeten schwedische Behörden eine erhöhte Radioaktivität, die aufgrund der Windrichtung aus der Sowjetunion kommen musste. Am Abend hörte die Welt erstmals von Tschernobyl, einer Stadt in der Ukraine mit einem Atomkraftwerk. Seither steht der Name für die hohen Risiken bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die Katastrophe von Tschernobyl erschütterte einen bis dahin fast ungebrochenen Fortschrittglauben.

Kein Wunder, dass gestern angesichts der ersten Meldungen über eine Panne in einem Atomkraftwerk in der Südostukraine erneut alle Alarmglocken schrillten. Viele technische Anlagen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gelten als veraltet, am Zustand der Atommeiler üben Experten immer wieder Kritik. Und die Informationspolitik der ukrainischen Regierung darf in Zeiten von Krise und Krieg mit dicken Fragezeichen versehen werden.

Gut, wenn sich am Ende tatsächlich herausstellen sollte, dass es sich um eine Panne ohne schwerwiegende Folgen gehandelt hat. Trotzdem bleibt es beunruhigend, dass nur knapp 200 Kilometer zwischen dem riesigen Atomkraftwerk und jener Gegend liegen, in der tagtäglich geschossen und gebombt wird.

Lesen Sie dazu auch: Entwarnung: Atomunfall entpuppt sich als Panne

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