Kommentar zur Amnesty-Resolution zur Prostitution: Ein Schuss nach hinten

Nicht die Legalisierung der Prostitution hilft Frauen, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International meint, sondern Schulbesuch und Berufsausbildung, kommentiert HNA-Redakteurin Tatjana Coerschulte.

Was geschieht, wenn man der Prostitution keine gesetzlichen Grenzen zieht, können sich die Idealisten von Amnesty International in Deutschland ansehen: Seit der Freigabe der Prostitution vor 13 Jahren haben sich bundesweit etwa 50 Frauen als selbstständige Prostituierte angemeldet – dabei soll es hierzulande 250.000 Frauen geben, die dem Metier nachgehen.

Die deutschen Politiker waren 2002 ebenso wie jetzt die Menschenrechtler von dem Wunsch geleitet, die Situation der Frauen zu verbessern. Passiert ist folgendes: In Dortmund entwickelte sich der größte Straßenstrich Europas mit zeitweise bis zu 700 Frauen, die alle behaupteten, dort freiwillig zu arbeiten. Im Saarland, an der Grenze zu Frankreich, entstand ein Bordell, dessen Erbauer sich „Investor“ nannte und Pressekonferenzen gab. In Stuttgart können Autofahrer an der Stadtautobahn einen mehrstöckigen, bordeauxroten Neubau bestaunen - das angeblich größte Bordell Europas.

Die Erfahrung, dass dieser Schuss nach hinten losging und Zuhältern und Bordellbetreibern nützte, hat dazu geführt, dass das Prostitutionsgesetz nachgebessert wird. Auch weltweit hilft den Frauen nicht die Freigabe der Prostitution, sondern Schulbesuch und Berufsausbildung – damit sie erst gar nicht in der Prostitution landen.

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