Kommentar zum Amtsverlust von Franz-Peter Tebartz-van Elst: Angebot der Versöhnung

Tibor Pézsaüber den Amtsverlust von Franz- Peter Tebartz-van Elst

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht mehr in das Bistum zurück. Die Entscheidung von Papst Franziskus wird überwiegend begrüßt. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Tibor Pézsa.

Für den Menschen Franz-Peter Tebartz-van Elst ist gestern eine Zeit zu Ende gegangen, um die ihn niemand beneiden wird. Als Christ kann er Trost darin finden, dass in jedem Scheitern der Keim zu einem neuen Anfang und zu einem besseren Selbstverständnis liegt.

Noch ist nicht klar, wohin die Reise für den nunmehr ehemaligen Limburger Bischof persönlich gehen wird. Für die katholische Kirche in Deutschland bedeutet sein Abgang mehr als nur eine Personalie. Mit Franz-Peter Tebartz-van Elst verlässt ein Bischof die Bühne, der zuletzt für alles stand, was viele Gläubige in der unter Benedikt XVI. zunehmend erstarrt scheinenden Kirche zum Austritt trieb: Klerikale Prunksucht bis an den Rand der Lächerlichkeit, Intransparenz bis an den Rand des Rechts und Realitätsferne bis an den Rand des Nachvollziehbaren.

Sein Amtsverlust ist ein Versöhnungsangebot der Kirche an all jene, die sich in den vergangenen Jahren von ihr abgewendet haben. Es ist nicht nur eine Entscheidung von Papst Franziskus, es ist seine Handschrift.

Franziskus’ Kirche dreht sich nicht mehr um sich selbst. Sie müht sich um Glaubwürdigkeit, um Hinwendung zu den Menschen, um Beziehung mit den Bedürftigen. Mehr Transparenz bei den Finanzen und mehr innerkirchliche Kontrollen werden folgen müssen.

Mail an den Autoren: tpa@hna.de

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