Kommentar zum IWF und Angela Merkel: Selbstkritische Bilanz

Denn die Rolle des 1944 gegründeten IWF war über viele Jahrzehnte hinweg nicht unumstritten. Ein Kommentar dazu von unserem Berlin-Korrespondenten Werner Kolhoff.

Bisher hat die Kanzlerin stets darauf beharrt hat, dass der Internationale Währungsfonds bei der Griechenland-Rettung mit im Boot sein müsse. Angela Merkel brauchte die Washingtoner UN-Bank, um die laxen Geldverleiher auf dem eigenen Kontinent, von Hollande bis Juncker, in Schach zu halten. Beim dritten Rettungspaket aber weigert sich IWF-Chefin Christin Lagarde bisher, sich zu beteiligen.

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Der IWF war schon bisher die einzige Institution unter den drei beteiligten Rettern, die eine (selbst)-kritische Bilanz gezogen hat: Dass man die griechische Wirtschaft überfordert habe, so dass die Krise immer tiefer geworden sei, statt Wachstum zu erzeugen. Jetzt erklärt Lagarde, dass die neuen 86 Mrd. Euro in ein Fass ohne Boden geschüttet werden. Lagarde fordert einen Schuldenschnitt, wissend, dass der IWF seine Kredite als erster zurückbekäme. Die europäischen Milliarden hingegen wären verloren. Das will die Kanzlerin vermeiden, jedenfalls bis zur Bundestagswahl. Also schlägt sie dem IWF längere Laufzeiten und niedrige Zinssätze bei den Griechenland-Krediten vor. Der IWF soll nach deutschem Willen damit seine bisherigen strengen Vergaberichtlinien verlassen. Auf dieser Ebene ist nun plötzlich also die Kanzlerin die Weichmacherin. Eigentlich gar nicht sehr viel anders als Hollande und Junker.

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