Kommentar zu Angriffen auf Ausländer in Köln: Noch ein verheerendes Signal

Weltoffen, lebenslustig und stets ein wenig leichtsinnig – aus diesen Vokabeln bezog Köln über die Jahre sein sympathisches Image. Doch das ist Vergangenheit. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Blieffert.

Im Oktober 2014 war die Polizei der Domstadt nicht in der Lage, sich gegen Hooligans und Rechtsextremisten durchzusetzen, in der Silvesternacht konnte sie massenhafte sexuelle Angriffe auf Frauen nicht verhindern. Und am Sonntagabend rotteten sich dort Extremisten zusammen, um Jagd auf Ausländer zu machen.

Alle Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Themenseite zu den Übergriffen in Köln.

Gilt in der Stadt am Rhein das Recht nicht mehr? Auf diesen Gedankenkönnte man kommen, wenn man den Worten von Polizeidirektor Michael Temme folgt, in Köln für Gefahrenabwehr zuständig. Er sprach mit Blick auf die Ereignisse vom Sonntag von Taten von Menschen, „die meinen, sie müssten das Recht in die eigenen Hände nehmen“. Ein verheerendes Signal, gehört das Gewaltmonopol des Staates doch zu den zivilisatorischen Errungenschaften eines jeden Rechtsstaates.

Vor diesem Hintergrund sind auch die jüngsten Klagen des Zentralrates der deutschen Muslime ernst zu nehmen, der von zunehmender Feindseligkeit und Hass gegenüber Muslimen berichtet. Denn es ist eine bedenkliche Entwicklung in diesem Land, dass Selbstverständlichkeiten offenbar jeden Tag aufs Neue betont werden müssen: Dazu gehört, dass die allermeisten Migranten hier friedlich und gesetzestreu leben. Genauso wie die allermeisten Deutschen, die sich große Sorgen um die Zukunft des Landes machen, keine rechtsextremistischen Schläger und Brandstifter sind.

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