Debatte über mehr Respekt

Kommentar zu Angriffen auf Polizisten: Frustrationen aushalten

Polizisten und Behördenmitarbeiter sind Gewalt und Aggressionen ausgesetzt. Die Debatte über mehr Respekt wird geführt. Ein Kommentar von Ullrich Riedler.

Der Geist ist aus der Flasche - doch was tun? Die steigende Zahl der Angriffe auf Polizisten sowie Übergriffe auf Mitarbeiter in den Ämtern belegen, dass Aggression und Gewalt alltäglich geworden sind. Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der das Problem zu Recht zum Thema einer Fachkonferenz machte, fordert eine große gesellschaftliche Debatte über Respekt und Anstand. Als ließe sich dies verordnen.

Wo beginnen, wenn seit Jahrzehnten die Pfeiler der Gesellschaft bröckeln, ob sie nun Partei, Kirche oder Gewerkschaft heißen? Was tun, wenn Frustrationsgrenzen enger werden und es kaum noch Maß und Mitte gibt, weil fast alles enttabuisiert worden ist?

Zunächst müssen sich die Betroffenen, also Polizisten und Mitarbeiter von Ämter und Behörden, besser schützen können - auch präventiv durch konfliktvermeidende und konfliktlösende Strategien. Zudem brauchen wir wieder Richter, die zeitnah Recht sprechen können. Ob Strafverschärfungen bei solchen Impulstaten zielführend wirkt, bleibt zweifelhaft. Vielleicht führt der nachhaltigste Weg über elementare Dinge: Sprache. Denn Gewalt beginnt im Kopf. Und emotionale Entgrenzung verstärkt sich in sozialen Netzwerken. Hier wie im Alltag wären also mehr soziale Kontrolle und ein bewussteres Miteinander wünschenswert. Angebote zur Stärkung der inneren Widerstandsfähigkeit könnten zudem helfen, die Frustrationen des Lebens besser auszuhalten.

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