Kommentar zum Anklage-Plädoyer im NSU-Prozess: Zschäpe war das Herz des Mördertrios

Beate Zschäpe soll lebenslang in Haft, fordert die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Zum NSU-Prozess ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wollfgang Blieffert.

Für die Bundesanwaltschaft ist die Sache eindeutig: Beate Zschäpe hat alle Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds gewollt und sie maßgeblich unterstützt. Also die acht Morde an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, den Mord an einer deutschen Polizistin sowie zwei Bombenanschläge mit zahlreichen Schwerverletzten. Dafür soll es die Höchststrafe geben: lebenslange Haft.

Es spricht einiges dafür, dass das Gericht diesem Antrag folgen wird. Denn Zschäpe war Herz und Seele des mörderischen Trios, die Beweise dafür waren eindeutig, die Gutachten einleuchtend; die Einlassungen der Hauptangeklagten dagegen nichtssagend. Von daher wäre es folgerichtig, wenn das Gericht die Schwere der Schuld feststellen und die geforderte Sicherungsverwahrung verhängen würde. Denn Zschäpes Verhalten vor Gericht deutet darauf hin, dass sie weiter der braunen Mord-Ideologie anhängt.

Wenn in einigen Monaten die Urteile gegen Zschäpe und ihre Unterstützer fallen, mögen die NSU-Taten juristisch aufgearbeitet sein. Politisch bleiben Fragen nach der eindimensionalen Weltsicht der Sicherheitsorgane und den dort offenbar lange Zeit bestehenden Ressentiments und Denkmustern. Sie führten zu fahrlässigen Analysen, falschen Ermittlungsansätzen sowie letztlich zu immer neuen Morden. Auch hier liegt schwere Schuld vor. 

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