Kommentar zu den Anschlägen in Bangkok: "Zynisches Kalkül"

Zwei Anschläge haben die thailändische Hauptstadt Bangkok erschüttert. Ein Kommentar dazu von Jörg S. Carl.

Der hinduistische Erewan-Schrein in Bangkok ist ein Magnet für Touristen und eine internationale Berühmtheit. Wer an Brahma, den Gott der Schöpfung glaubt, kann hier um Liebe, Wohlstand und Gesundheit bitten. Glaubensexperten halten den Abend für die beste Zeit, sich am Schrein derartiges Lebensglück zu wünschen. Am Abend würden die Wünsche am ehesten in Erfüllung gehen. Am Abend explodierte die Bombe.

Es würde ins zynische Kalkül islamistischer Terroristen passen, solche Gedanken beim Schmieden der Terrorpläne einzubeziehen. Es geht darum, möglichst viele Anhänger anderer Religionen zu töten - und möglichst viele Urlauber aus westlichen Ländern. Der zweite Anschlag, der vermutlich Ausflugsbooten von Luxushotels galt, stützt diese Annahme.

Aber noch ist es zu früh für Schuldzuweisungen. Bisher trugen die muslimischen Separatisten im Süden des Landes ihren Kampf nicht nach Bangkok. Denkbar ist ebenso, dass radikale Oppositionelle oder fanatische Anhänger politischer Konkurrenten, die vom thailändischen Militärregime massiv unterdrückt werden, zur Waffe des Terrors gegriffen haben.

Die Suche nach den Tätern hat begonnen, aber es spricht viel dafür, dass Thailand selbst nach einer erfolgreichen Fahndung nicht zur Ruhe kommen wird. Denn die Militärs werden den Terror zum Anlass nehmen, mehr denn je ihr rigides Regime zu rechtfertigen. Die Demokratie, seit 2014 faktisch abgeschafft, wird länger Pause haben in Thailand.

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