Kommentar zu den Anschlägen in Brüssel: Einiges nachzuholen

Noch sind wichtige Hintergründe der Brüsseler Anschläge ungeklärt. Doch eines ist klar: In Belgien, gerade auch in Brüssel, funktioniert manches nicht so, wie man es sich in Europa eigentlich vorstellt. Angesichts der terroristischen Bedrohungslage sollte dies nicht länger so bleiben. Ein Kommentar von Tibor Pézsa.

Noch sind wichtige Hintergründe der Brüsseler Anschläge ungeklärt. Doch eines ist klar: In Belgien, gerade auch in Brüssel, funktioniert manches nicht so, wie man es sich in Europa eigentlich vorstellt. Angesichts der terroristischen Bedrohungslage sollte dies nicht länger so bleiben.

Das beginnt mit Brüsseler Problembezirken, für deren islamistische Parallelgesellschaften sich eine offenbar überforderte Stadtverwaltung nicht interessierte. Eine in Sicht- und Gehweite arbeitende EU-Zentrale anscheinend auch nicht.

Das geht weiter mit der berüchtigten Selbstblockade der durch flämisch-wallonische Mehrfachstrukturen gelähmten Politik und Verwaltung. Wenn es stimmt, was der türkische Staatspräsident sagt, dass nämlich die Türken die Belgier schon vor den Paris-Attentätern und auch vor den jetzigen Angreifern warnten, dann dämmert einem, warum die Terroristen in Brüssel zuschlugen: Weil es so leicht war, so naheliegend.

Was also tun? Die internationale Bedrohungslage erfordert internationale Kooperation der Sicherheitsbehörden. Die soll nun, nach den Mordtaten, schleunigst verbessert werden. Eigentlich, sollte man denken, bietet gerade ein Staatenbund wie die EU beste Chancen zum Schutz der Bevölkerung. Doch wenn einzelne Mitgliedsstaaten nur dabei sind statt dazuzugehören, dann schadet dies letztlich allen. Es gibt viel nachzuholen in Brüssel, in Belgien und in Europa.

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