Gesetzentwurf verabschiedet

Kommentar zur Antibiotikaforschung: Zurück zu den Pilzen

Klare Regeln für den Einsatz von Antibiotika in der Medizin und in der Tierhaltung: Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, der am Mittwoch im Kabinett verabschiedet wurde. Jedes Jahr sterben mehrere tausend Menschen an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen. Doch warum gibt es keine neuen Medikamente? Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Die falsche Strategie hat die Erforschung neuer Antibiotika um Jahrzehnte verzögert. Über Jahre hat die Forschung einzig darauf gesetzt, Wirkstoffe zu entwickeln, die Bakterien und Keime abtöten. Zurück blieb aber stets ein kleiner Rest, der jeglicher Behandlung trotzte und sich sogar weiterentwickelte, was letztlich zu Resistenzen führte.

Dabei spielten gerade zur Hochzeit der Antibiotika-Forschung Pilze und Bodenbakterien eine entscheidende Rolle. Mit der Zeit wurde es aber immer schwieriger, neue aussichtsreiche Stoffe zu finden. So verlagerte sich die Herstellung der Wirkstoffe zunehmend in die Labore. Dabei dürften auch die Kosten eine Rolle gespielt haben.

Heute geht es zurück zu den Ursprüngen, könnte es heißen. Selbst wenn nur Bruchteile der Naturstoffe durchforstet werden, wird man eine Vielzahl aussichtsreicher Wirkstoffe finden, um vereinfacht gesagt: mit Bakterien gegen Bakterien vorzugehen.

Im ursprünglichen Sinne sind Antibiotika nichts anders als natürlich gebildete Stoffwechselprodukte von Pilzen oder Bakterien, die in geringer Konzentration das Wachstum anderer Kleinstorganismen hemmen oder abtöten. Wenn nun in diese Art der Forschung verstärkt investiert wird, dann ist dies neben allen Hygienevorschriften und Einsatz-Beschränkungen der richtige Schritt.

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