"Flüchtlingen kaum gedient"

Kommentar zu Arbeit für Flüchtlinge: Bitte mehr Ehrgeiz

DGB-Chef Reiner Hoffmann hat einen speziellen Arbeitsmarkt für Flüchtlinge angeregt. Sein Vorschlag stieß auf Kritik bei Experten. Ein Kommentar unseres Korrespondenten Stefan Vetter.

Erst vor ein paar Wochen hatte Arbeitsministerin Andrea Nahles so genannte Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge angeregt. DGB-Chef Klaus Hoffmann will nun im Prinzip das Gleiche. Nur dass die Jobs in einem „sozialen Arbeitsmarkt“ selbstverständlich nach Mindestlohn bezahlt werden müssten.

Ist das sinnvoll? Zunächst einmal klingt es vernünftig, die Neuankömmlinge möglichst schnell in Arbeit zu bringen. Doch die Idee ist unausgegoren, kann am Ende sogar schaden. In der Theorie stellen gemeinnützige Tätigkeiten eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt dar. In der Praxis funktioniert das kaum, auch weil es zusätzliche Jobs sein müssen, um reguläre Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Das macht die Arbeitsinhalte aber oft zur Farce.

Auch Flüchtlingen ist damit perspektivisch kaum gedient. Entlastet wird allenfalls die Arbeitslosenstatistik. Die Gewerkschaften sollten aber ehrgeizigere Ziele anpeilen. Was Flüchtlinge brauchen, sind Sprachkurse und Angebote zur beruflichen Qualifizierung. Daran entscheidet sich, ob sie zu Leistungsträgern oder Leistungsempfängern werden. Letzteres käme die Gesellschaft auf Dauer deutlich teurer.

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