Kommentar zum Arbeitsmarkt im November: Wackeliges Wunder

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Der Wirtschaftsaufschwung stockt, doch dem Arbeitsmarkt scheint es gut zu gehen. Das zeigt zumindest ein Blick auf die aktuellen Zahlen. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Barbara Will.

Dem Wirtschaftsaufschwung geht die Puste aus, aber der Arbeitsmarkt scheint dagegen immun. Im November gab es so wenig Arbeitslose wie seit drei Jahren nicht mehr. Auf den ersten Blick sind die Zahlen glänzend.

Tatsächlich hat sich die Beschäftigung seit der Wirtschaftskrise Ende 2008 stärker von der Konjunktur abgekoppelt als zuvor. Weil Facharbeiter knapp werden, bauen viele Unternehmen bei Auftragsflaute nicht gleich Stellen ab.

Doch der Arbeitsmarkt ist ein wackeliges Wunder. Das kleine Wirtschaftswachstum im Herbst ist der Ausgabefreudigkeit des Staats und seiner Bürger zu verdanken - die Investitionsneigung in den Unternehmen schwindet. Der Konjunkturaufschwung lässt auf sich warten. Die Beschäftigung dürfte in den nächsten Monaten auf der Stelle treten.

Hinzu kommt: Wo der Impuls aus der Wirtschaft nicht reicht, hilft die Statistik nach. Hunderttausende Stellensuchende, die in Bürgerarbeit, Ein-Euro-Jobs oder Berufsbildungskursen untergebracht sind, tauchen in der Arbeitslosenquote nicht auf. Jeder zehnte Haushalt in Deutschland bezieht Hartz-IV-Leistungen. Diese Zahl ist nicht gesunken. Auf seiner Rekordjagd nimmt der Arbeitsmarkt seine Verlierer nicht mit.

Kontakt zur Autorin: wll@hna.de

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