Nach Armuts- und Reichtumsbericht

Kommentar zum Armuts- und Reichtumsbericht: Die Abgabe muss her

Tibor Pézsa über den Armuts- und Reichtums- bericht

Die Reichen in Deutschland werden immer reicher. Zehn Prozent der Haushalte verfügen inzwischen über mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens. Ein Kommentar zum aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung von HNA-Politikchef Tibor Pézsa.

Der Ausgleich zwischen Einzelinteressen und Gemeinwohl gehört zu den wichtigsten Aufgaben unserer Politik. Andere Völker gewichten das Verhältnis von Steuern und sozialen Wohltaten anders. Wir Deutschen aber suchen unser Glück traditionell in einem Staat, in dem der Wohlstand möglichst gleichmäßig verteilt wird.

Nicht einfacher wird das Ganze dadurch, dass unsere Demokratie ein strukturelles Problem hat: Wenn unsere Parteien und Politiker gewählt werden wollen, müssen sie Einzelinteressen berücksichtigen. Doch deren Summe - auch das zeigt der neue Armuts- und Reichtumsbericht - ergibt kein Gemeinwohl.

Der Bericht legt in wünschenswerter Deutlichkeit dar, was hierzulande nach jahrzehntelanger Lobbyarbeit und vier Jahren Finanzkrise falsch läuft: Reiche profitieren, die Mittelschicht stagniert, Arme verlieren. Das Geld des Staates reicht kaum mehr für ausreichend gute Schulen, Bäder und Polizeien. Die Vermögensabgabe ist nötig. Die demografische Entwicklung wird uns schon bald zu viel einschneidenderen Reformen zwingen. Typisch, dass dies von den meisten als Bedrohung empfunden wird, nicht als Chance.

tpa@hna.de

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