HNA-Meinung

Kommentar zum Ausraster von Silvio Berlusconi: Der Tribun hetzt

Jörg S. Carl über die Ausraster von Silvio Berlusconi

Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi und seine Partei Forza Italia (FI) wollen im Europa-Wahlkampf mit scharfen kritischen Parolen über Deutschland punkten. Ein Kommentar über den verbalen Ausraster von Silvio Berlusconi von Jörg S. Carl.

Von wegen Einsicht oder Altersmilde. Silvio Berlusconi bleibt sich auch als 77-jähriger verurteilter Steuerstraftäter treu: Er gibt den politischen Scharfmacher und Schmierenkomödianten. „Die letzten Tage des Volkstribuns“ könnte das Stück heißen, in dem er nun noch einmal die Hauptrolle auszufüllen versucht. Es mutet beinahe verzweifelt an, wie er sich abmüht, auf Kosten anderer den eigenen politischen Niedergang aufzuhalten.

Diesmal ätzt er – leicht durchschaubar – gegen Deutschland. Seine konservative Partei Forza Italia kommt im Europawahlkampf nicht von der Stelle. Berlusconi, der sich trotz seiner juristischen Niederlage noch immer als Zugpferd der Partei begreift, bemüht nun Feindbilder gegen die schlechten Umfragewerte. Dem von Berlin verordneten Sparkurs in der Eurokrise gibt er die Schuld an der Rezession in Italien. Einmal in Rage erklärt er Deutsche zu kollektiven Holocaust-Leugnern. Das allerdings ist Hetze, verbietet sich selbst im Wahlkampf und verlangt nach angemessener Reaktion – von Berlin und in Rom. Sollte es tatsächlich noch Italiener geben, die Berlusconi ernst nehmen? Man mag es kaum glauben.

E-Mail an den Autor: jsc@hna.de

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