Die hässliche Seite der Herausforderung Flüchtlinge

Kommentar zu den Ausschreitungen in Heidenau: Dumm und gefährlich

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Etwa 1000 Menschen protestieren am Abend des 21.08.2015 in Heidenau (Sachsen) gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in einem ehemaligen Baumarkt.

Heidenau. Zwei Nächte in Folge randalieren Rechtsradikale vor der in einem ehemaligen Baumarkt eingerichteten Asylunterkunft im sächsischen Heidenau. Dazu ein Kommentar unseres Berliner Korrespondenten Stefan Vetter.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft rollt in diesen Tagen durch Deutschland. Es gibt aber auch die andere, die hässliche Seite der unerwarteten Herausforderung Flüchtlinge. Massive Intoleranz bis hin zur offenen Gewalt. Besonders in Sachsen. Heidenau ist zum neuen Synonym für furchtbaren Fremdenhass geworden.

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Die gespenstischen Szenen in der Kleinstadt nahe Dresden wirken wie aus einem Bürgerkrieg. Besonders erschrecken muss, dass ganz normale Bürger dem rechtsextremen Mob mit mehr oder minder unverblümter Sympathie einen zweifelhaften Resonanzboden verschaffen. Im provozierenden Fremdenhass sehen manche offenbar die einzige Möglichkeit, es "diesem Staat", mit dem sie längst abgeschlossen haben, mal "so richtig zu zeigen".

Wie dumm und gefährlich das ist, hat kürzlich die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange klar gemacht: Dresden leidet bereits als Wissenschaftsstandort unter den Folgen der Ausländerfeindlichkeit. Touristen aus aller Welt, von denen der Freistaat profitiert, könnten die nächsten sein, die sich abwenden. So schaden sich die Krawallmacher am Ende auch selbst.

Kontakt: nachrichten@hna.de

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