100.000 Kündigungen

Kommentar zum Austritt von ADAC-Mitgliedern: "Gewaltiger Schaden"

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HNA-Redakteur Jörg S. Carl über den ADAC

Als Reaktion auf zahlreiche Skandale um den ADAC sind inzwischen mehr als 100.000 Autofahrer ausgetreten. Ein Kommentar dazu von Jörg S. Carl.

Sie kommen meist wegen der gelben Engel. Etwa 19 Millionen Mitglieder hat der ADAC. Über 670 Millionen Euro brachten sie zuletzt pro Jahr in die Vereinskasse, vor allem weil sie die Leistungen der Pannenhelfer schätzen. In diesem Jahr dann die Zäsur: Mehr als 100.000 Autofahrer sind als Reaktion auf die Skandale ausgetreten. Zu schwer wog der Vertrauensverlust.

Unter finanziellem Gesichtspunkt betrachtet, sind das Peanuts: Der Automobilclub hat keinerlei Einnahmeproblem. Selbst wenn noch weitere Kündigungswellen folgen würden, der Verein kann das verkraften. Denn die Tochterunternehmen verdienen sehr gut. Auch die Wertanlagen, die der Verein mutmaßlich hortet, klingen nach großem Reichtum. Die finanzielle Zukunft des ADAC ist also gesichert.

Der Imageschaden aber ist gewaltig. Die offensichtlich mangelnde Kontrolle und Undurchsichtigkeit der Geschäfte offenbaren die Kernprobleme: Einem Verein kann man nur schwerlich trauen, wenn er großteils profitorientiert arbeitet. Und ein Konzern, der im Mantel des Vereins auftritt, gerät in den Ruch, das Vereinsrecht auszunutzen, um regelmäßiger externer Kontrolle zu entgehen. Der ADAC sollte sich für einen Weg entscheiden.

Schreiben Sie eine Email an den Autor: jsc@hna.de

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