Kommentar zu autonomen Autos: Kostspielige Baustelle

Peter Klebe über den Kartendienst Here und selbstfahrende Autos

Die Premiummarken Daimler, Audi und BMW kaufen den Nokia-Kartendienst Here. Sie wollen mit den präzisen digitalen Karten den Weg zum selbstfahrenden Auto ebnen. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Peter Klebe.

Die digitale Revolution im Bordcomputer wirkt auf den ersten Blick faszinierend. Das Auto orientiert sich an äußerst präzisen Karten, unterstützt von Kameras und High-Tech fährt es selbst. Fahrzeuge vernetzen sich und erkennen dadurch Staus. Der Fahrer überwacht wie ein Flugzeug-Pilot nur noch die Instrumente. Das ist keine Zukunftsmusik - ein großer Schritt dahin wurde gestern mit dem milliardenschweren Kauf des Nokia-Kartendienstes Here getan.

Wie wichtig die Konzerne das Projekt nehmen, zeigt allein schon, dass die Branchenriesen und Erz-Konkurrenten Daimler, Audi und BMW gemeinsam bei Nokia investieren. Sie wollen die riesige Konkurrenz von Apple und Google zusammen ausbremsen.

Aber Vorsicht: Das Straßennetz verändert sich ständig. Digitale Karten müssen deshalb laufend auf den neuesten Stand gebracht werden - eine kostspielige Endlos-Baustelle auch für die Kunden.

Ein weiteres Problem wird der Datenschutz. Jedes Auto hinterlässt seine digitale Spur, wenn die Karten ständig speichern, wer wann wohin fährt. Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten, aber sie erschreckt auch. Wieder einmal muss gefragt werden, ob wirklich alles benötigt wird, was technisch machbar ist. Es soll ja Fahrer geben, die selbst gern lenken und Gas geben.

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