Kommentar zu den Plänen der Bahn: Weichen stellen

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Die Deutsche Bahn hat rote Zahlen eingefahren - und Bahnchef Rüdiger Grube kündigt ein mehrjähriges Qualitätsprogramm an. Er muss es eisern durchziehen, sonst laufen der Bahn weiter die Kunden weg - ein Kommentar von Ullrich Riedler.

Zwei Erfahrungen innerhalb weniger Monate: Eine Reise mit der Bahn von Mittelfranken nach Kassel, und über die Hälfte der Zeit verbringt man im Gang oder hangelt sich von Wagen zu Wagen, weil der Zug überbucht ist. Einige Monate später, die Strecke ist Westerland-Kassel, dasselbe in Grün. Wohlgemerkt: im 21. Jahrhundert – und zu stolzen Beförderungspreisen. Fast alle kennen das und verweisen zugleich auf Unpünktlichkeit, ICE-Saunahitze im Sommer und den Tarifdschungel vor Beginn der Fahrt.

Nun will die Bahn mit vielen kleinen und großen Weichenstellungen gegensteuern. Gut so, statt auf einen Börsengang richtet sich der schwächelnde Konzern endlich an den Bedürfnissen seiner Kundschaft aus. Sicher, der Handlungsdruck ist auch aufgrund der verlustreichen Schienengüter-Tochter und dem unterschätzten Konkurrenten Fernbus gewachsen. Zudem wurde das Unternehmen durch Streiks sowie Sturm- und Flutschäden gebeutelt. Insofern darf man nicht auf halber Strecke stehen bleiben. Vorstandschef Rüdiger Grube muss das Reformprogramm eisern durchziehen. Sonst laufen der Bahn im Fernverkehr künftig weiter die Kunden weg.

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