Kommentar zu Bahnfahrverbot für Hooligans: Effekt verpufft

Die Deutsche Bahn will Fußball-Fans, die regelmäßig auf der Suche nach gewaltsamen Auseinandersetzungen sind, nicht mehr befördern. Ein Kommentar von Politikredakteur Max Holscher.

Es klingt ein wenig nach PR-Kampagne von Deutscher Bahn und Bundespolizei: 300 einschlägig bekannte Hooligans erhalten Zugverbot. Ganz ehrlich: Das wird diese angeblichen Fans nicht davon abhalten, dennoch zum Spiel zu fahren und sich vor allem auf eines zu konzentrieren: im Stadion und außerhalb ordentlich Stress zu machen.

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Die Szene ist gut organisiert und es gibt genügend Transportmittel, die sie nutzen können, um ihr Ziel von Provokationen und Prügeleien zu erreichen und nebenbei anderen den Stadionbesuch zu vermiesen. Die Abschreckung der Bahn wird also vermutlich eher verpuffen. Das Problem liegt woanders und wirft auch eine andere Frage wieder auf.

Es ist der Frust der Chaoten, die Unzufriedenheit im privaten und beruflichen Bereich, der sie dazu antreibt, irgendwo Dampf abzulassen. Das wird sich mit Bordmitteln wie einem Zugverbot und gutem Zureden nicht lösen lassen. Traurig, aber wahr: Es geht vermutlich nur über mehr Abschreckung.

Und da sind die Vereine gefragt. Müssten sie die Millionenbeträge für die Polizeieinsätze berappen, würden sie wahrscheinlich relativ schnell durchgreifen: mehr Stadionverbote, mehr eigenes Sicherheitspersonal und schärfere Kontrollen. Wer vom Geschäft Fußball derart profitiert, sollte seine Kunden schützen. Und dafür zahlen.

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