Kommentar zum Bahnstreik: Angriff auf die Große

Die Lokführergewerkschaft GDL hat vergangene Nacht den Bahnverkehr lahmgelegt. Weil es nicht nur um mehr Geld und bessere Arbeitbedingungen geht, sondern auch um innergewerkschaftliche Machtkämpfe, kann die GDL kaum mit dem Verständnis der Bahnkunden rechnen, kommentiert HNA-Redakteur Jan Schlüter.

Alle Räder stehen still. Wenn die kleine GDL es will. Kein Zug soll mehr rollen, kein Passagier ans Ziel kommen. Fast alle Mitglieder der Spartengewerkschaft hatten sich für einen Arbeitskampf ausgesprochen, in der vergangenen Nacht startete nun die Probe aufs Exempel: Streiks im ganzen Land, von der S-Bahn bis zum ICE.

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Viele Solidaritätsbekundungen dürfen die Lokführer bei den Bahn-Kunden nicht erwarten. Schließlich hat es sich herumgesprochen, dass es längst nicht nur um Lohn und Arbeitszeiten geht. Vielmehr schaltet GDL-Chef Claus Weselsky auf Angriff gegen die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Warum darunter zig Tausende Bahnfahrer leiden sollen, das muss die GDL erst einmal vermitteln.

Der Vorstand der Deutschen Bahn kann trotz des Ärgers und der finanziellen Einbußen gelassen auf den Streik reagieren – wiegt sich das Staatsunternehmen doch in der Gewissheit, am Ende die Bundesregierung auf seiner Seite zu finden. Arbeitsministerin Andrea Nahles kommt ein weiterer Anlass zupass, endlich mit einem Gesetz zur Tarifeinheit den lästigen Spartengewerkschaften das Wasser abzugraben.

E-Mail an den Autor: jas@hna.de

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