Kommentar zum Bahnstreik: Stark, nicht starrsinnig

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Noch nie haben die Lokführer im laufenden Tarifkonflikt so lange gestreikt: Fast eine Woche soll ihr Ausstand dauern. Wichtig für Reisende: Bei einem streikbedingten Zugausfall, Verspätungen und Problemen mit Anschlusszügen können Bahnreisende vor Fahrtantritt von der Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen.

Die GDL will den Personenverkehr ab Dienstag (5. Mai) um 2 Uhr bis Sonntagmorgen 9 Uhr deutschlandweit bestreiken. Ein Kommentar von Petra Wettlaufer-Pohl.

Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will – der Vers aus dem Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein aus dem Jahr 1863 ist aktueller denn je: GDL-Chef Claus Weselsky will es mal wieder wissen.

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Doch ob der Gewerkschaftschef noch im Sinne derer handelt, die damals und viele Jahrzehnte danach für die Rechte, die soziale Absicherung und eine angemessene Bezahlung der arbeitenden Bevölkerung gekämpft haben, ist fraglich. Es ist auch nicht der erste große Streik der deutschen Nachkriegsgeschichte, doch in den anderen ging es immer darum, konkret etwas für die Menschen zu erreichen.

Hier indes geht es in erster Linie um die Macht der GDL. Das böse Wort von der Geiselhaft, in die Weselsky all die Pendler nimmt, die auch Arbeitnehmer sind, ist deshalb berechtigt. Den Gewerkschaften und anderen Streikenden wie den Erzieherinnen erweist die GDL im Übrigen einen Bärendienst. Der deutschen Wirtschaft geht es gut. Die seit langem mal wieder gut besuchten Mai-Kundgebungen haben gerade gezeigt, dass viele jetzt merken, wie wichtig es ist, von dieser Entwicklung nicht abgekoppelt zu werden. Und dass man dazu starke, aber nicht starrsinnige Gewerkschaften braucht.

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