Kommentar zum Balkan-Gipfel: Europäische Irrtümer

Erst schauen, wer eine Chance auf Asyl haben könnte, dann hineinlassen - anders wird es wohl nicht gehen, meint HNA-Korespondent Detlef Drewes.

Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Am Anfang dieser Flüchtlingskrise mag man in Berlin, Wien oder Stockholm noch gedacht haben, mit der Politik der offenen Grenzen könne man einen Sog entfachen, dem sich die übrigen EU-Länder am Ende nicht würden entziehen können. Doch das hat sich als Irrtum herausgestellt.

Denn zu den Kriegsopfern, deren Recht auf Asyl niemand infrage stellt, sind zu viele andere gekommen. Sie lassen der Gemeinschaft keine andere Wahl, als ausgerechnet zu den Prinzipien jenes Dublin-Abkommens zurückzukehren, die alle eigentlich bereits zu Grabe getragen haben.

Gestern haben die Regierungschefs der Region und die Spitzen der größten Aufnahmeländer nichts anderes versucht, als die Situation wieder herzustellen, die längst gekippt schien: nicht erst alle reinlassen, um sie dann zu sortieren und wieder abzuschieben. Sondern erst kontrollieren und dann nur die einreisen lassen, die auch ein Recht auf Asyl haben. Das ist das, was Europa tun kann.

Von einer Befriedung Syriens mag man träumen, in Sicht ist sie nicht. Die EU muss das Problem an ihren Grenzen aber jetzt lösen, und nicht erst viel später.

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