Kommentar zu BASF und Gazprom: Zurück zum Geschäft

Die Wintershall-Mutter BASF und der russische Gazprom-Konzern bringen ihr umstrittenes und zunächst vertagtes Tauschgeschäft doch noch über die Bühne. Im politisch angespannten Verhältnis zwischen Deutschland und Russland will die Wirtschaft zurück zum Tagesgeschäft: Ein Kommentar von Barbara Will.

Der größte Gasspeicher Europas in russischer Hand? Ein vom Kreml kontrollierter Konzern als direkter Lieferant deutscher Stadtwerke? Noch vor einem Jahr war ein solches Geschäft hochgradig unfein. Die beste Position für BASF und Gazprom hieß Tauchstation. Letztlich haben beide nichts dabei verloren: Gazprom hätte es bei Westeuropas Gasabnehmern schwer gehabt und die BASF-Tochter Wintershall sparte zunächst Investitionen in sibirische Gasfelder, die der Tausch nach sich gezogen hätte. Gemeinsam weitergebohrt und verdient wurde ohnehin.

Vielleicht ist das wiederbelebte Geschäftwirklich der Beginn einer Klimaerwärmung zwischen der EU und Russland. Ganz sicher ist es ein Beleg dafür, dass die Wirtschaft zurück zum Tagesgeschäft drängt, weil sie genug von Sanktionen hat, die nur Verlierer produzieren. Vergessen die Worte des Gazprom-Chefs Alexej Miller, dass Europa für den Konzern keine Priorität mehr habe. Abgehakt das fallen gelassene Pipeline-Projekt South Stream.

Europa braucht verlässlich russisches Gas und Gazprom braucht verlässliche Abnehmer und Zahler, braucht Milliarden für Investitionen. Für rissige Unternehmensfreundschaften sind gegenseitige Abhängigkeiten ein stabiler Kitt.

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