Kommentar zur Aufteilung von Atommüll: Bayern sollte froh sein

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Der noch aus dem Ausland zurückkommende deutsche Atommüll soll auf vier Bundesländer aufgeteilt werden - darunter ist erstmals auch Bayern. Ein Kommentar von Stefan Vetter.

Ausgerechnet der weiß-blaue Freistaat, in dem mehr Atomkraftwerke stehen als in jedem anderen Bundesland, verfährt bis heute nach der Devise: „Atommüll? Nein, danke!“ Nun ist Bundesumweltministerin Barbara Hendricks der Kragen geplatzt.

Sie hat ein Machtwort gesprochen und bestimmt, dass auch Bayern ein paar wenige Castor-Behälter mit hochradiaktiver Fracht aufnehmen muss. Eine Entscheidung, der man nur Beifall zollen kann. Denn wenn jemand die Energiewende verschleppt, dann ist es die Staatsregierung in München. Man denke nur an das Gefeilsche um den Bau neuer Hochspannungstrassen, die grünen Strom von der Küste in den Süden transportieren sollen. Auch hier gilt das bayerische Prinzip: nicht bei uns.

Übrigens: Wäre die Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke, die Bayern einst so vehement befürwortete, vor vier Jahren nicht gekippt worden, dann hätte der Freistaat zusätzlich hoch radioaktiven Müll im Umfang von etwa 160 Castor-Behältern produziert. Seehofer & Co. sollten froh sein, sich nur um einen Bruchteil dieser Menge kümmern zu müssen.

E-Mail an den Autor: nachrichten@hna.de

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- Atommüll soll auf vier Bundesländer verteilt werden

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