Kommentar zur Beschäftigung von Christian Klar bei der Linken: "Das ist instinktlos"

Ein ehemaliger RAF-Terrorist jobbt für einen Bundestagsabgeordneten. Ist die Arbeit von Christian Klar (ehemals RAF) für Diether Dehm (Links) kritisierenswert? Dazu ein Kommentar unseres Berliner Korrespondenten Hagen Strauß.

Christian Klar hat seine Strafe abgesessen. 26 Jahre saß der RAF-Terrorist im Gefängnis, unter anderem wegen neunfachen Mordes. Rechtlich hat Klar gebüßt und damit ein Anrecht darauf, sich wieder ein normales Leben nach seinen Vorstellungen aufzubauen. Auch beruflich. Ob als Assistent im Theater, im Supermarkt an der Kasse oder in einem Büro.

Der Bundestag sollte es aber nicht sein. Denn dort arbeiten diejenigen, die Klar und seine Gefährten in den 70er-Jahren während ihres „bewaffneten Kampfes“ zum Sturz des „imperialistischen Systems“ im Visier hatten - Politiker, die Vertreter des Staates, des „Schweinesystems“, wie es damals im RAF-Jargon hieß. Dort trifft man auch auf die Nachfolger derer, die ebenfalls Opfer wurden: Polizisten, Menschen aus der Wirtschaft und der Justiz. Deswegen ist es eine Instinktlosigkeit, die sich der Linke Dieter Dehm da erlaubt hat. Eine Provokation.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwieweit Klar überhaupt geläutert ist. Wie denkt er heute über seinen Kampf und seine Taten von damals? Seit seiner Verhaftung 1982 hat Klar sich dazu kaum geäußert. Echte Rückkehr in die Gemeinschaft sieht anders aus.

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