Kommentar zum Besuch von Geert Wilders bei Pegida: Wer nutzt hier wem?

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In seiner Heimat hat der niederländische Rechtsaußen Geert Wilders längst ausgespielt. Am Montag tritt er bei der Pegida-Kundgebung in Dresden auf. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Die Partei von Wilders verlor zuletzt bei vier Wahlen, von Medien wie etablierten Parteien wird er weitgehend ignoriert, und wegen seiner islamfeindlichen Reden steht er unter Polizeischutz.

Doch für Pegida-Organisator Lutz Bachmann dürfte Wilders gerade recht kommen, denn bei den montäglichen Abendspaziergängen in Dresden gehen die Zahlen der Teilnehmer zurück. Der Ton, der bei Pegida in der letzten Zeit schärfer geworden ist, hat zahlreiche Mitläufer verprellt. Bachmann braucht, da seine Parolen nicht mehr verfangen, dringend ein neues Zugpferd, damit sich seine Bewegung nicht totläuft.

Auch deshalb streckt Bachmann seine Fühler zu den rechten Parteien Europas aus. Inhaltlich verbindet ihn mit Wilders das Schüren der Angst vor dem Islam. Das Feindbild Muslim entwickelt sich zusehends zu einem einenden Element einer europaweiten rechten Bewegung.

So wird Wilders auch in seiner Rede heute das Verbindende bedienen und mit Worten nicht zimperlich sein. Denn wann immer er – bei seinen spärlichen Auftritten – in der Vergangenheit aufs Podium stieg, nutze er seine Reden für harte Attacken gegen Europa und den Islam. Das brachte ihm zwar in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit der niederländischen Staatsanwaltschaft wegen Aufhetzung und Rassismus ein, beeindruckte ihn aber kaum. Wilders versucht, Terrain zurückzugewinnen und dabei soll Pegida helfen. Wie das gehen soll, ist fraglich.

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