Die Böhmermann-Affäre: Hysterie und Firlefanz

Die Affäre um den TV-Comedian Jan Böhmermann nimmt immer absurdere Züge an. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Man reibt sich die Augen: Ein TV-Comedian bepöbelt den türkischen Staatspräsidenten, nachdem alles Kritische, was man über den Mann senden, sagen oder schreiben kann, gesendet, gesagt und geschrieben wurde - nur noch nicht von jedem.

Und dann raufen sich plötzlich Künstler, die auch nicht vergessen werden wollen, die Haare in Sorge um die im Übrigen völlig ungefährdete Meinungs- und Kunst-Freiheit Jan Böhmermanns. Der lustige Mann bekommt Polizeischutz. Der Bild-Herausgeber erfindet ein Interview mit ihm. Die Kanzlerin bemüht sich um Verurteilung. Weswegen ihr Sprecher beteuert, dass aber das Grundgesetz weiter gilt. Der stellvertretende türkische Ministerpräsident erkennt ein schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Also das, was nach 1945 in Nürnberg verhandelt wurde. Wie bitte?

Hysterie ist das, nicht Satire. Dennoch gibt es hier einiges zu lernen:

• Unfug im Internet verbreitet sich schneller als der Duft von Opas Klohäuschen an einem heißen Sommertag.

• Wenige wissen, dass Satire eine Art der Kritik ist, am besten geistreich, zugespitzt.

• Fernsehen ist Unterhaltung, auch in den Nachrichtensendungen. Weswegen viele glauben, dass Heute-Show, Neo Magazin Royale & Co. in Wirklichkeit Nachrichtensendungen sind.

• Auch Politiker verwechseln das oft.

• Der türkische Staatspräsident ist sehr leicht zu beleidigen.

Alles zum Thema Böhmermann gibt es hier.

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