Kommentar zu Brasilien: Krise als Chance

Michaela Streuff über die Lage in Brasilien

Brasiliens Präsidentin Dilma Rouseffs Tage im Amt könnten gezählt sein. HNA-Redakteurin Michaela Streuff meint, die Krise in dem Land könne auch eine Chance sein.

Es ist noch nicht lange her, da galt Brasilien als die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Die Sozialreformen von Ex-Präsident Lula da Silva hatten Millionen aus der Armut den Aufstieg in die Mittelschicht ermöglicht. Die Fußball-WM stand an. Brasilien blühte auf. Doch die Blume hat in rasanter Geschwindigkeit fast alle Blütenpracht verloren.

Die politische Elite des Landes stürzt über ihr Netzwerk aus Korruption, das sie jahrzehntelang an der Macht gehalten hat. Selbst Lula, der Held der Armen, soll Vergünstigungen angenommen haben. Seine politische Ziehtochter, Präsidentin Dilma Rousseff, steht für jene Politikerkaste, die jetzt entlarvt wird. Rousseffs Sturz wäre die logische Folge.

Jedoch, jede Krise bietet die Chance auf einen Neuanfang. Schon im Vorfeld der Fußball-WM begehrte die Basis auf. Protestierte gegen die Milliarden-Ausgaben, die die Fifa vorschrieb, aber die nicht der Bevölkerung zu Gute kamen. Die gebildete Jugend entdeckte die Macht der Straße. Zwar verpufften die Proteste vor Turnierbeginn. Nun aber sind wieder Millionen auf der Straße. Zugleich beginnt der Staat, den Korruptionssumpf konsequenter trockenzulegen, als es je zuvor der Fall war. Auch wenn der Weg angesichts der aktuellen Ereignisse noch weit ist: Gelingt der angestoßene Erneuerungsprozess diesmal, besteht Hoffnung, dass Brasilien zu neuer Blüte kommt. 

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