Kommentar zum Bundeswehr-Einsatz: Lehrreiche Erfahrungen

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Militärisch allein ist die Terrorgruppe IS nicht zu besiegen. Der Westen braucht eine Strategie für die Zeit nach dem IS, kommentiert Hagen Strauß den Einsatz der Bundeswehr.

Mit der Eindämmung oder Ausschaltung des IS, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das militärische Ziel des Einsatzes der Bundeswehr beschreibt, ist es nicht getan. Das belegen vor allem zwei Beispiele.

Zum einen wäre da der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 in New York zu nennen. Zwar hat die Truppe zur Befriedung und zum Wiederaufbau des Landes nach der Taliban-Herrschaft beigetragen. Aber mit dem Abzug ist das große Chaos zurückgekehrt. Was nicht für nachhaltige Resultate von Militäreinsätzen spricht.

Zum anderen sei an den Irak-Krieg erinnert. Mit ihrer Intervention haben die USA zwar seinerzeit den damaligen Machthaber Saddam Hussein gestürzt. Aber einen tragfähigen Plan für die Zeit danach hat es nie gegeben. Deswegen konnte die Terrormiliz IS überhaupt entstehen und sich ausbreiten; deswegen sind ganze Staaten in der Region nach und nach zerfallen.

Daran trägt der Westen nicht nur, aber eine besonders große Schuld. Bomben allein bringen eben keine dauerhaften Lösungen. Deshalb möchte man mit Blick auf Syrien dazu schon etwas mehr hören seitens der Regierung.

Nur ist ebenso wahr: Welche Alternative gibt es zum gestern vom Kabinett beschlossenen Militäreinsatz? Sich herauszuhalten funktioniert nicht mehr in einer Welt, in der sich auch der Terror, der religiöse Fanatismus globalisiert hat. Rücksichten nehmen diese Verbrecher nicht.

Die anderen die Schmutzarbeit machen zu lassen, ohne eigene Kapazitäten beizusteuern, geht ernsthaft auch nicht, wenn man zu den einflussreichsten und wirtschaftsstärksten Nationen in Europa gehört. Mit Diplomatie kann man der Mörderbande nicht beikommen. Diese Fanatiker wollen töten, nicht reden.

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