Kommentar zu Cannabis-Legalisierung: Hoher Preis

Hasch und Marihuana sollen in Friedrichshain-Kreuzberg bald in vier Verkaufssstellen legal verkauft werden dürfen. Das wollen die Berliner Grünen. Ein Kommentar von Ullrich Riedler.

Kreuzberger Nächte waren schon immer lang. Künftig könnten sie berauschend werden. Denn wenn das zuständige Bundesinstitut die Genehmigung erteilt, kaufen Kiffer in den Bezirken Friedrichshain und Kreuzberg ihr Haschisch und Marihuana bald ganz legal– nur gegen Vorlage von Ausweis und Konsumtagebuch.

Erstmals wäre dann das Betäubungsmittelgesetz gelockert, das den Verkauf illegaler Drogen verbietet. Dabei liegt der Berliner Bezirk mit seinem Ansinnen voll im Trend: Von Winfried Kretschmann im Süden bis Carsten Sieling im Norden haben rot-grüne Landespolitiker ein neues Gesellschaftsprojekt gefunden: den liberaleren Umgang mit der vermeintlich sanften Droge Cannabis.

Vordergründig hätte Kiffen unter staatlicher Kontrolle Vorteile. Raus aus der dunklen Ecke, transparent und kontrolliert geht es zu. Den Schwarzmarkt könnte man austrocknen. Doch warum soll man neben den Kulturdrogen Alkohol und Tabak einen weiteren Problemstoff legalisieren? Zumal das Signal „Was erlaubt ist, kann so schlimm nicht sein“ fatal wäre. Denn Experten warnen vor den gesundheitlichen Folgen von Cannabis.

Liberalisierungen sind zwar derzeit in Mode. Aber in diesem Fall könnte der Preis für den legalen Rausch zu hoch sein.

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