Kommentar zur CDU-Werbekampagne: Inhalt statt Anwerbung

Die CDU Hessen vergibt Preise an Mitglieder, die viele Menschen zum Eintritt in die CDU bewegen. Hauptpreis: Ein Frühstück mit dem Ministerpräsidenten. Ein Kommentar von Max Holscher.

In Zeiten von Mitgliederschwund geht die CDU Hessen neue Wege. Boni für jeden Konservativen, der ein neues Mitglied wirbt. Aber sind diese Zuckerstückchen attraktiv?

Für manche mag eine CDU-Uhr ein nettes Accessoire sein. Für andere ein Geschenk für die Schwiegermutter. Wer sich besser anstellt, bekommt das Bouffier-Frühstück. Für alle anderen heißt es: Wer niemanden wirbt, frühstückt allein. Im Kern geht es aber darum: Die Parteien verlieren mehr Mitglieder als neue nachkommen. Sie reagieren darauf mit Kampagnen und gezielter Anwerbung. Warum eigentlich nicht mit Inhalten?

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Für 100 geworbene Mitglieder ein Frühstück mit Bouffier

Ein gutes Thema verbreitet sich schnell – über Gespräche, soziale Kanäle und Medien. Das Problem: Die Parteien verschwimmen inhaltlich. Sie treffen nicht den Nerv, insbesondere der jüngeren Generation. Das zeigen die Themen Internet und Datenschutz. Die Piraten katapultierte allein das in die Parlamente. Dort ist also Bedarf. In Hessen ist das Thema aber Brachland.

Dass es offenbar nicht nur da Nachholbedarf gibt, sondern teilweise auch im Umgang mit neuen Mitgliedern, zeigt der schöne Tipp aus dem CDU-Leitfaden: Seien Sie nicht aufdringlich, sondern stellen Sie Ihren Gesprächspartner (und damit nicht sich selbst) in den Mittelpunkt.

Dann klappt’s auch mit dem Frühstück.

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