Kommentar zum Datensammeln der Krankenversicherung: Big Brother bei Generali

Der Versicherungskonzern Generali möchte gesundes Verhalten belohnen. Er will dazu Daten seiner Kunden sammeln. Ein Kommentar von Ullrich Riedler.

Hurra, jetzt sind wir endgültig angekommen in der Welt von Big Data. Wenn die italienische Generali, die weltweit zu den fünf größten Versicherungsunternehmen zählt, ihren Plan umsetzt, kommt das einer Zeitenwende gleich. Denn was auf den ersten Blick plausibel erscheint - durch eine App dokumentierte gesunde Lebensweise gegen Belohnungsrabatte - ist für die gesamte Branche das Einfallstor zur individualisierten Überwachung ihrer Kunden. Big Brother is watching you - und man selbst hat es auch noch autorisiert.

Mag sein, dass der Pakt mit der Assekuranz für manchen verlockend erscheint. Doch die Konsequenzen sind weitreichend. Denn in Wahrheit geht es nicht darum, die Kunden zu mehr Sport und besserer Ernährung zu bewegen.

Versicherer sehen durch die neue digitale Technik wohl auch eine Möglichkeit, künftig die Risikosituation ihrer Mitglieder exakt einschätzen zu können. Wer will dann noch ausschließen, dass wir uns auf dem Weg zu individualisierten Tarifen befinden? Was natürlich zugleich bedeutet, dass Genussmenschen bald mit höheren Beiträgen rechnen müssten. Die eigenen Daten sollten also jedem zu wichtig sein, um sie zweifelhaften Versicherungsmodellen zu opfern.

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