Kommentar zur Deckelung von Pharmakosten: Begrenzter Nutzen

Gesundheitsminister Hermann Gröhe will die Preise für neue Medikamente drücken. Dazu ein Kommentar von Martina Hummel.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe will die Preise für neue Medikamente drücken. Das klingt erst einmal richtig, denn letztlich schützt er damit die Beitragszahler und die Krankenkassen vor zu hohen Kosten bei der Einführung von Arzneien. Bislang kann der Pharmahersteller im ersten Jahr nach der Einführung jeden Preis verlangen, erst danach greift der mit den Kassen verhandelte Erstattungsbetrag. Jetzt soll der Umatz gedeckelt werden.

Das klingt plausibel, erweist sich aber unter dem Strich als Bärendienst für das Gesundheitswesen. Wenn der Patentschutz für ein Präparat ausgelaufen ist, steigen die Generika-Hersteller ins Geschäft ein. Sie sind günstiger, da diese Hersteller keinen Forschungsaufwand betreiben. Nach den Gröhe-Plänen muss nun jeder Pharmakonzern noch knapper kalkulieren, ob sich das neue Medikament rechnet oder es aus Kostengründen lieber lässt. Die Folge wäre weniger Forschung in Deutschland.

Ohne Frage, die Kosten für die Pharmabranche müssen gedeckelt werden. Statt hohe Preise zur Produkteinführung zu gestatten, könnte man Forschung und Entwicklung ab einem bestimmten Forschungsstand unterstützen. Damit hätte man nicht nur die Kosten im Blick, sondern könnte auch darauf achten, dass Krankenkassen nicht jede Packungsgröße oder leichte Variante eines Medikamentes als neu schlucken müssen.

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