Kommentar zur Deutschen Bank: Cryans Teillieferung

John Cryan krempelt die Deutsche Bank um. Dem Sparkurs fallen Tausende von Jobs zum Opfer. Doch völlig überzeugend ist das Konzept des neuen starken Mannes bei der Deutschen Bank nicht. Ein Kommentar von Barbara Will.

John Cryan ist kein Visionär, sondern ein Sanierer. Dass er aufräumen kann, hat der neue starke Mann der Deutschen Bank schon früher bewiesen, etwa als er die Schweizer Großbank UBS durch die Finanzkrise lotste.

Auch beim größten deutschen Geldhaus fegt der Brite mit eisernem Besen.

Jetzt sollen 9000 Arbeitsplätze weg. Damit bezahlen diejenigen für das Missmanagement, die es nicht zu verantworten haben – ein fatales Signal an Mitarbeiter, auf deren Motivation es gerade während des Sanierungskurses besonders ankommt. Zudem passen Filialschließungen und eine Ausdünnung der Belegschaft schlecht zu dem Vorhaben, sich stärker der Betreuung von Unternehmen und vermögenden Kunden zu widmen.

Doch wie die Deutsche Bank in Zukunft höhere Profite einfahren will als bisher, hat Cryan nicht gesagt: Im Grunde macht das Geldhaus weiter wie bisher, nur straffer organisiert und nicht mehr überall.

Die größte Neuerung ist die geplante Abspaltung des Eigenhandels – jener Sparte, die für hohe Erträge aber auch für saftige Skandale sorgte. Mit der Besinnung auf Privat- und Geschäftskunden gewinnt die Deutsche Bank zwar Stabilität, ob sie damit allein punkten kann, ist aber fraglich. Cryans Strategie ist bislang nur eine Teillieferung. Gleichzeitig taucht ein neues Problem auf: Im Zeitalter der digitalen Geldgeschäfte hat die Bank ein lausiges IT-System – das ist fast ein Skandal.

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