Kommentar zur Deutschen Bank: Durchweg gescheitert

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Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Kurz vor der Hauptversammlung baut der Konzern den Vorstand um - die Grundsatzkritik vieler Aktionäre am Kurs der Doppelspitze bremst das allerdings nicht. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Selten stand die Deutsche Bank so schlecht da, wie in dieser Zeit: Die neue Strategie verfängt bei den Aktionären nicht. Offenbar glaubt niemand daran, dass das Sparprogramm mit dem Verkauf der Postbank reicht, um zurück aufs Gleis zu finden. Milliardenstrafen belasten nicht nur den Gewinn, sondern auch das Image des Hauses. Zu guter Letzt hat auch noch Rainer Neske hingeworfen. Er war als Vorstand für das Privatkundengeschäft zuständig - einer, der nicht in irgendwas verstrickt ist.

Schaut man auf die magere Bilanz von Anshu Jain und Jürgen Fitschen, bleibt nur ein Urteil: Das Projekt der Co-Vorstände ist gescheitert. Statt des versprochenen Kulturwandels kam der Strategiewandel. Statt des moralisch sauberen Privatkundengeschäfts, wieder profitgetriebenes Investment. All dies wird die Versäumnisse der Vergangenheit künftig stärker ans Licht bringen.

Den versprochenen Kulturwandel hat es zu keiner Zeit gegeben und wird es mit diesem Führungsduo auch nicht geben - genauso wenig wie eine Aufarbeitung der Finanzskandale. Das wäre nur mit einer neuen Führungsspitze möglich. Stattdessen wird aber die Macht von Vorstand Anshu Jain, dem Chef des Investmentbankings - dort, wo viele der Finanzskandale ihren Anfang nahmen - ausgebaut.

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