Kommentar zur Deutschen Bank: Erst Leistung, dann Boni

Die Deutsche Bank will mit höheren Festgehältern für Investmentbanker auf neue EU-Bonusregeln reagieren, um flexibel zu bleiben. Dazu ein Kommentar von Martina Wewetzer.

Wie passt das zusammen: Das Investmentbanking beschert der Deutschen Bank Verluste - nicht zuletzt durch die Rechtsstreitigkeiten, die noch laufen. Aber die dort arbeitenden Banker werden prächtig entlohnt. Jahr für Jahr: Fixgehalt plus Bonus.

Aber warum muss es in dieses Mal überhaupt einen Bonus geben? Die Begründung, dass solche Gehälter gezahlt werden müssen, um als Arbeitgeber wettbewerbsfähig zu bleiben, verfängt nicht. Andere Geldinstitute, die in dieser Liga spielen, müssen nicht so viel Geld in Rechtsstreitigkeiten verschwenden. Wie definiert sich in dem Zusammenhang dann erfolgreich?

Alt-Vorstandschef Josef Ackermann zielte auf eine Rendite von 25 Prozent ab, jetzt gibt sich das Geldinstitut mit zwölf Prozent zufrieden. Da fehlt der Nachweis für erfolgsabhängige Boni, die laut Vergütungsbericht der Deutschen Bank nur „für sehr gute Leistungen gezahlt“ werden.

Nach einer neuen Vergütungsrichtlinie für Banken soll das Verhältnis von fixem und variablem Gehalt eins zu eins sein. Auf der Hauptversammlung soll auch über zwei Anteile Bonus und einen Anteil Fixgehalt abgestimmt werden. Aber warum? Um in schlechten Zeiten Spielraum bei Personalkosten zu haben?

Kein gutes Argument. Die Zeiten sind angesichts der vielen Baustellen schlecht. Gehaltspuffer schafft man auch, indem man Boni zusammenstreicht. Gute Banker kann man daran erkennen, dass sie die Bank schnellstmöglichst aus dem hausgemachten Schlamassel herausführen. Dann wäre der Beleg „für sehr gute Leistungen“ erbracht.

Kontakt zur Autorin: mwe@hna.de

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