Kommentar zur Deutschen Bank: Der Neue rechnet ab

John Cryan, der neue Chef der Deutschen Bank, hat in den ersten 100 Tagen kräftig aufgeräumt. Das werden auch die Beschäftigten spüren, sagt HNA-Redakteurin Barbara Will.

John Cryan verliert keine Zeit. Als der Brite vor 100 Tagen Co-Chef der Deutschen Bank wurde, drückten ihn die Vorschusslorbeeren. Cryan muss liefern, und das tut er – koste es, was es wolle.

Etwas anderes bleibt ihm auch nicht übrig. Vom Kultur- und Wertewandel, den die glücklose Doppelspitze Jürgen Fitschen und Anshu Jain versprochen haben, ist nichts zu spüren. Überdies verdienen die US-Geldhäuser besser als der deutsche Branchenprimus. Das Image ist ebenso ramponiert wie das Vertrauen der Investoren und der Aktienkurs. Angesagt ist keine weitere Oberflächenpolitur, sondern eine Generalüberholung.

Sie wird zugleich zur Abrechnung des neuen Co-Chefs mit seinen Vorgängern. Der Wert des US-Geldhaus Bankers Trust, mit dessen Kauf die Deutsche Bank in die internationale Liga des Investmentgeschäfts aufstieg, wird geschrumpft, die Postbank wandelt sich vom Hoffnungsträger zum Fehlkauf.

Cryans Kurs wird nicht nur die Bank viel Geld kosten, sondern auch Beschäfigte den Job. Sie sind die Leidtragenden einer verfehlten Geschäftspolitik. Doch die eigentliche Arbeit des Deutsche-Bank-Chefs fängt erst an. Er muss das Geldhaus neu positionieren. Das dürfte vor allem das Investment-Banking treffen. Sein Vorgänger Anshu Jain war mit diesem eng verbunden, Cryan ist ein Außenstehender – mit der Freiheit zum Aufräumen.

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