Kommentar zur Deutschen Bank: Schmutziges Geschäft

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Die Frankfurter Justiz klagt im Skandal um Steuerbetrug beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten erstmals Mitarbeiter der Deutschen Bank an. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft sieben derzeitigen Mitarbeitern und einem ehemaligen Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses schwere bandenmäßige Steuerhinterziehung vor. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Ein Umsatzsteuerkarussell im Handel mit CO2-Emissionszertifikaten, an dem Manager beteiligt waren – das ist ein verdammt starkes Stück. Sollten sich die Vorwürfe gegen die Deutsche-Bank-Manager bewahrheiten, dann kann die Strafe nicht drastisch genug sein.

Zum einen haben sie mit dem Geschäftsmodell nicht nur dem Rest-Image der Deutschen Bank geschadet, sondern sie haben „ein Produkt“ aufgelegt, dass darauf abzielte, Steuern zu umgehen. Womöglich konnte nur durch diesen Steuervorteil überhaupt eine lukrative Rendite erzielt werden. Ob die Bank dieses Moddell für den Eigenhandel nutzte oder es an ihre Kunden verkaufte, es drängen sich die Fragen auf: Haben die Handelnden vom Steuerbetrug gewusst und sich damit auch schuldig gemacht? Oder wurden sie im Glauben auf ein sauberes Investment getäuscht?

All dies führt zu der Frage: Wie viel Vertrauen verdient die Deutsche Bank noch? Zinsmanipulationen und riskante Kreditgeschäfte in den USA – nach all den Rechtsstreitigkeiten braucht die Bank zwingend einen Neuanfang. Das gilt vor allem für das Management.

Oder will sich die Bank künftig bei jeder Bilanzpressekonferenz die Frage gefallen lassen: Sind die ausgewiesenen Gewinne auch sauber? Die Deutsche Bank hat viel von ihrem Ruf verspielt, allzu viele Chancen auf ein besseres Image hat sie nicht mehr.

Lesen Sie dazu auch:

- Deutsche-Bank-Mitarbeiter wegen Steuerbetrugs angeklagt

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