"Leidtragende sind die, die wirklich Hilfe brauchen"

Kommentar zur deutschen Flüchtlingspolitik: Chaos in Grün

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Tibor Pézsa

Die Zahl derer, die in Deutschland um Asyl bitten, ist binnen Monaten drastisch gestiegen. Das stellt Behörden und Kommunen vor wachsende Probleme. Viele Flüchtlinge sind traumatisiert, sie stehen vor einer ungewissen Zukunft. Ein Kommentar von Tibor Pézsa, Chef der HNA-Nachrichtenredaktion.

Was in der Flüchtlingspolitik geschehen kann, wenn Politiker die Dinge einfach laufen lassen, war jetzt in Berlin-Kreuzberg zu erleben. Der verantwortliche grüne Stadtrat Hans Panhoff sorgte zunächst dafür, dass campierende Flüchtlinge in einer leerstehenden Schule untergebracht wurden, selbstverwaltet. Er sah zu, wie Absprachen gebrochen wurden und wie sich in der Schule immer mehr arme Menschen aus der ganzen Welt einfanden. Und er musste zur Kenntnis nehmen, dass dort ein junger Mann erstochen wurde.

Heute braucht Panhoff, der die Polizei stets aus dem von ihm zu verantwortenden Chaos raushalten wollte, selbst Polizeischutz. Von der Unterstützerszene wird er als „Faschist“ beschimpft und bedroht. Sein Auto, ein Car-Sharing-Wagen, wurde abgefackelt. Panhoff musste an einen unbekannten Ort umziehen.

Die Berliner Verhältnisse sagen alles über die deutsche Flüchtlingspolitik, die in Wirklichkeit Politikverweigerung ist. Leidtragende sind jene Flüchtlinge, die wirklich Hilfe brauchen. Alle sollten schnell erfahren, ob sie ein Bleiberecht haben. Denn wer jahrelang geduldet wird und wessen Kinder hier aufwachsen, der sollte schon aus Menschlichkeit bleiben dürfen.

Warum definieren wir nicht wie Kanada oder Australien, welche Zuwanderung wir brauchen? Warum fehlt der Mut zu sagen, dass wir helfen wollen, aber nicht jedem helfen können? Deutschland ist in der Welt eine Insel der Seligen. Manchmal scheint es aber auch, dass hier ziemlich viele Naive leben.

Mail an den Autor: tpa@hna.de

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