Kommentar zur Deutschlandrente-Plänen: Das Risiko bleibt

Das Modell der Deutschlandrente ist eines mehr, um die private Vorsorge anzuheizen, meinte Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl. 

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Eine Börsenweisheit lautet: Wer in Aktien investieren will, muss das Geld übrig haben. Das freilich dürfte bei den Wenigsten der Fall sein, die künftig ihr vergleichsweise karges Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung mit Börsengewinnen aufbessern sollen. Gerade bei denjenigen, die tatsächlich von Altersarmut bedroht sind, dürfte - ob rational begründbar oder nicht -- die Skepsis überwiegen. Ein Fonds, in den man womöglich Jahrzehnte einzahlt, ohne zu wissen, was im Alter tatsächlich rauskommt, dürfte für viele Menschen nicht als sicher, einfach und günstig daherkommen, sondern als hochspekulativ. 

Letztlich ist das Modell der Deutschlandrente eines mehr, um private Vorsorge anzuheizen, die die Versicherten der Kürzung des Rentenniveaus zu verdanken haben. Darüber können weder üppigere Rentenanpassungen hinwegtäuschen, noch die schrittweise geplante steuerliche Begünstigung der Vorsorge. Denn gleichzeitig wird die Steuer auf die Rente erhöht. Alles Geld, das die Versicherten im Arbeitsleben schon einmal versteuert hatten.

Statt künftige Rentner verstärkt den Risiken des Kapitalmarktes auszusetzen, sollten Wege gefunden werden, das Rentenniveau wenigstens zu stabilisieren. Ansonsten hat die solidarische Versicherung ihren Sinn über kurz oder lang verloren. 

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