Kommentar zu Diesel-Pkw: Lack ist ab, spät genug

Nach Messungen des Bundesumweltamtes überschreiten Diesel-Pkw den Grenzwert für gesundheitsschädliche Stickoxide deutlich. Doch die Aktivität der Umweltbehörde kommt Jahre zu spät. Ein Kommentar von Wolfgang Riek.

Schadstoffausstoß halbieren, dazu Deutschlands Diesel nachrüsten, per Software oder irgendwie, natürlich zahlt die Industrie – so stellt sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), kurz gesagt, den Befreiungsschlag für bessere Luft vor. Es ist Wahlkampf, da werden Forderungen schnell besonders steil und Patentrezepte oft extra simpel.

Im vorliegenden Fall kommen sie zudem Jahre zu spät: Die Bundesregierung hat auch unter SPD-Beteiligung im Autoland Deutschland die Branche lange gewähren lassen. Es brauchte den Umweg über die USA, um illegale Abschalteinrichtungen und andere Softwaretricks ans Licht zu holen, mit denen VW und wohl auch weitere Hersteller den Diesel zum Umweltstar schöngeschminkt haben. Bis auf den im Vergleich zum Benziner niedrigeren CO2-Ausstoß ist dieser Lack ab.

Hendricks Messungen holen amtlich nach, was Umweltverbände seit Jahren vorgebetet haben. Spät genug. Zeitgleich, heißt es, blockiert aber die Bundesregierung in der EU zusammen mit anderen Autoländern weitergehende Reformen der Abgastests und schärfere Sanktionen für Hersteller. Durchgreifen für gesündere Luft sieht anders aus.

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