Kommentar Doktortitel von Dippel: Problem liegt bei der Uni Kassel

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Merkwürdig: Wegen derselben Mängel, wegen der die Uni Kassel 1995 die Doktorarbeit des heutigen hessischen Sozialstaatssekretärs Wolfgang Dippel zwar schlecht bewertete, aber anerkannte, will die Uni den Titel heute aberkennen lassen. Ein Kommentar von Petra Wettlaufer-Pohl.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Kaum war Wolfgang Dippel Staatssekretär, kamen die Plagiatsvorwürfe - anonym natürlich. Was nicht bedeuten muss, dass Dippel in seiner Dissertation alles richtig gemacht hat. Aber hätte nicht auch die Uni erkennen müssen, dass etwas nicht stimmt? Und wenn sie es erkannt hat - hätte sie den Doktortitel dann nicht zurückhalten müssen? Einfach eine schlechte Note zu geben, die wenig später schon keinen mehr interessiert, kann wohl kaum eine Lösung sein.

Die Universitäten müssen sich in diesem wie in anderen Fällen fragen lassen, wie es eigentlich mit der Qualitätskontrolle bei Dissertationen aussieht. Dippels Arbeit ist zwar 20 Jahre alt. Aber in Zeiten, in denen es Erfolgszuschläge vom Land für viele Promotionen gibt, besteht die Gefahr, dass Unis mehr aufs Geld schauen als auf die Bedingungen, unter denen eine Dissertation verfasst wird. Sollten sie heute besser sein als damals, hat die Uni Kassel keinen Grund, das zu verschweigen.

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