Kommentar zu Donald Trump: Ein Feind pro Monat

Ein USA-Einreiseverbot für alle Muslime: Mit dieser Forderung hat Donald Trump eine Welle der Kritik ausgelöst. Ein Kommentar zum Thema von HNA-Redakteur Jörg-Stephan Carl.

Kommen wir hier überein, dass wir freiheitlich denkende, aufgeklärte, tolerante und Rattenfänger durchschauende Menschen sind.

Gut. Dann können wir die an dieser Stelle erwartbare, berechtigte, aber oft gehörte Kritik an Donald Trump knapp halten. Er ist rassistisch und er bedient rechtsradikale Einstellungen. Punkt. Das genügt – nicht zu viel der zweifelhaften Ehre, denn auf Schimpftiraden lauert der republikanische Frontmann geradezu. Er genießt die Anfeindungen seiner Gegner ebenso wie das Gejohle seiner Anhänger. Durch beides fühlt er sich gestärkt, nur als polarisierender Demagoge kann er erfolgreich sein: Mauern gegen Mexikaner, Einreiseverbote für Muslime, eine Religion unter Generalverdacht.

Wir dürfen ihn nicht bedeutender machen als er ist, aber wir sollten gewarnt sein. Denn der Wahlkampf wird weitergehen. Welches Tabu wird er als nächstes brechen? Schwarze in Reservate? Ein Feindbild pro Monat muss es schon sein. Und Feindbilder, die irgendjemandem da draußen „in unserem Land“ Angst machen, hat Trump noch immer gekonnt zum eigenen Nutzen geschaffen: gute Umfragewerte, hohe Einschaltquoten, Klickfieber im Netz. Es sind Sprüchesammlungen und Konfrontationen, die die Welt nicht braucht.

Warum den irrlichternden Knallfrosch also ernst nehmen? Weil eben nicht jeder Mensch freiheitlich denkt und Toleranz lebt. Diesen Idealzustand politischer Geisteshaltung gab es selbst in den aufgeklärten Gesellschaften Amerikas und Europas nie. Und es wird ihn im Angesicht von Terror, Flucht und sozialer Spaltung auch absehbar nicht geben. Darum müssen wir immer wieder vor Trump und anderen Rattenfängern dieser Welt warnen. Damit ihnen nicht noch mehr Menschen nachlaufen.

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